Philosophie

Philosophie im 21. Jhd? …und was hat das mit mir zu tun?

In hektischen, beschleunigten und stressigen Zeiten ist es ein Luxus geworden, zu philosophieren, sich über grundlegende Sinn- und Erkenntnisfragen Gedanken zu machen. Dafür fehle die Zeit, hört man immer wieder. Auf der anderen Seite erfordert der Zeitgeist in einer Gesellschaft, in der vor lauter Pluralismus traditionelle Werte und strukturierte Lebensgestaltungsmechanismen keine Rolle mehr spielen, in der die individuelle Selbstverwirklichung “trendy” und “hip” wird, eine grundlegende moralische, ethische oder erkenntnistheoretische Beschäftigung mit Fragen, wie z.B.

  • Was ist der Sinn des Lebens?
  • Wer bin ich?
  • Was ist Glück?
  • Was ist richtig?
  • Was ist falsch?
  • Was ist gut?
  • Was ist wahr?
  • Gibt es Gott?
  • Gibt es den freien Willen?
  • Warum gibt es Armut, Hunger und Elend auf der Welt?
  • Ist eine andere Welt möglich?
  • Darf ich lügen?
  • Darf  ich Tiere töten?
  • Wie gehen wir verantwortungsvoll mit dem Internet um?

Im Rahmen solcher theoretisch-allgemeinen bzw. praktisch-speziellen Fragen müssen wir täglich, regelmäßig oder gelegentlich Entscheidungen bzgl. des Handelns treffen. Ggf. sind einige davon folgenreich, andere gar “lifechaning”. Was sind die richtigen Entscheidungen, wenn wir vor Dilemmata stehen, die uns, egal wie wir uns entscheiden, in scheinbar oder tatsächliche Ungerechtigkeiten führen? Können wir überhaupt immer die Folgen unseres Handelns abschätzen? Sind moralische, biblische oder koranische Gebote oder sonstige philosophische, moralische oder ethische Prinzipien sinnvoll oder sollten wir in jeder Situation immer wieder die Bedingungen neu prüfen, bevor wir uns entscheiden? Ist das nicht eine Überforderung?

…und was ist besser? Lebenskunde-, Ethik-,Philosophie-,oder Religionsunterricht? …und können Kinder und Jugendliche überhaupt philosophieren? Ich denke: Sicher, ich glaube, sogar besser, als Erwachsene! Sind Mündigkeit und Kritikfähigkeit nicht das letzte Ziel jeder Erziehung und Bildung? Jenes hohe Ziel setzt die Fähigkeit voraus, Argumente abzuwägen bzw. Werte zu reflektieren, Zeit zu haben, über grundlegende moralische Fragen zu philsophieren, um sich im Rahmen jenes Denkens, z.B. durch Gedankenexperimente oder durch pure Logik  sich ein eigenes Urteil reflektiert bilden zu können. Das Philosophieren über Moral, die Moralphilosophie nennt sich Ethik. Ergo: Schule muss Ethik-Unterricht fördern, wenn sie Schüler befähigen will, kritische, reflektierte Urteile zu fällen. Der Religionsunterricht muss ja nicht verschwinden, er kann ja freiwillig besucht werden.

Auf udolihs.de werde ich regelmäßig philosophische Fragen aufgreifen und aktuelle philosophische Debatten reflektieren, kommentieren oder kritisieren. Dabei wird die Sozialphilosophie und die Ethik im Vordergrund stehen.

© Copyright bei Udo Lihs, 2010

Eine Antwort “Philosophie” →
  1. Ja, in Zeiten dieser sich immer stärker ausdifferenzierenden Gesellschaft bei gleichzeitigem Informations- und Kommunikations-Overkill ist es, gerade auch in der Blogospäre, ein “sinnvolles” Unternehmen, das Weltgewusel quasi ‘von oben’ durch das Okular der philosophischen Reflexion zu betrachten.
    Nicht aus normativen oder utilitaristischen Bestrebungen, sondern als Hilfestellung für eine individuelle, alltagstaugliche und gesellschaftlich engagierte Denkart als kulturelle und psychosoziale ‘Überlebenstechnik’.

    Antwort

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