Bildung und Erziehung

Deutschland, deine Eltern, deine Pädagogen und deine Kinder

In Deutschland ist der Ruf der Pädagogen, der Ruf über Lehrer und Erzieher nicht gerade rosig. Während einerseits Lehrer und Erzieher Vorurteilen begegnen, wie z.B. sie seien “faul” und “untalentiert”, behauptet man gleichzeitig, Lehrer würden ständig nur jammern und seien überhaupt von ihrem Job her schon anfällig für “Burn-Out.”

Im gleichen Atemzug wird sich beschwert, Pädagogen seien zu “kuschelig”, zu “weich”, nicht konsequent genug, während auf der anderen Seite der Vorwurf laut wird, Pädagogen seien bei ihrer Lob der Disziplin und bei ihrer Sehnsucht nach Führung nur auf Macht und Herrschaft aus. Das “Lehrer-Hasser-Buch” ist sehr beliebt.

Kurzum: Ich muss zugeben, in Deutschland herrscht  nicht nur eine Bildungs-, sondern vor allem eine Pädagogenkrise.

Während die Lehrer also schlecht wegkommen, regt sich die Öffentlichkeit und die Pädagogenschaft zu Recht über furchtbare Eltern auf, die ihre Kinder verwahrlosen lassen, sodaß hin und wieder in zahlreichen Medien über ein Elternführerschein debattiert wird, während gleichzeitig  darüber berichtet wird, dass Eltern ihre Kinder einem Therapie- und Förderungsterror unterziehen, obwohl Kinder doch “nur spielen wollen”.

Schließlich regt sich der Unmut über die Kinder selbst, diese seien Tyrannen und im Grunde wird “Kindheit heute” mit Begriffen, wie Asperger, Autismus, Depressionen, mit Entwicklungsstörungen und Unreife, und vor allem mit dem ADHS-Syndrom und in jenem alltagsdiagnostischen Zusammenhang mit Ritalin in Verbindung gebracht.

Über all dem stehen seit Jahrhunderten ständig immer wiederkehrende Sachdebatten und Streitigkeiten um Bildungs- und Erziehungsfragen.  Theo Dietrich hat in seinem Werk “Zeit und Grundfragen der Pädagogik” grundlegende Dilemmata aufgezählt, z.B.:

  • Muß der Mensch erzogen werden oder kann er von sich aus sich selbst heraus zum Menschen entwickeln?
  • Ist Autorität, Disziplin und Strafe in der Erziehung notwendig oder könnte man darauf verzichten?
  • Kann der Schüler selbst bestimmen, was er lernen will oder hat der Staat bzw. die Gesellschaft die Lernziele festzulegen?
  • Nach welchen leitenden Zielen soll sich erziehendes Handeln ausrichten und wer setzt diese Ziele?
  • Tragen die Eltern oder der Staat die Verantwortung für die Erziehung?

Das Magazin Unerzogen vom Tologo-Verlag geht in der Beantwortung dieser grundlegenden Fragen eine radikal liberalen Weg und manifestiert die Idee, Schule sei im Prinzip nicht hirngerecht, ungerecht und insb. die Schulpflicht ist ihr der Redaktion und den jeweiligen Lesern, die von Pflicht und Zwang nicht viel halten, ein Dorn im Auge. Daher fordert Unerzogen die Einführung von Home- und Unschooling. Unerzorgen fordert ein Leben ohne Schule. Theoretisch! Und praktisch!

Währenddessen will der Grundschulverband e.V. “allen Kindern gerecht werden”, indem erUnterschiede von Kindern respektiert sehen will, was zwangsläufig z.B. zum individualisierten Lernen, zur Etablierung von Freiarbeit oder Selbsttätigkeit oder zur Bildung von kleinen Lerngruppen führt, in denen Kinder ihre Schularbeiten in Eigenverantwortung erledigen sollen. Der Lehrer bzw. die Grundschullehrerin funktioniert dann lediglich nur noch in der Rolle des Beraters bzw. der Beraterin, der bzw. die sich “zurück hält”.

Individualität und Heterogenität (Unterschiedlichkeit) sind die Stichwörter der Schulpädagogik im 21. Jhd, nicht nur in Deutschland. Jedes Kind soll die Bildung, den Unterricht und die Methoden realisiert bekommen,  jedes Kind soll jene Ziele selbstständig verwirklichen, die den Anlagen, Bedingungen, Interessen und Fähigkeiten des jeweiligen Kindes angemessen sind. Diese Individualisierung, die Subjektivierung von Unterricht, Bildung und Erziehung läuft unter dem Stichwort “Neue Lernkultur”. Sie heißt es auf der gleichnamigen Webseite neue-lernkultur.de:

Die lernenden Subjekte stehen nun im Mittelpunkt. Sie gestalten eigenaktiv und tendenziell selbstorganisiert bzw. selbstverantwortlich ihren Lernprozess.

So “neu” ist die Lernkultur allerdings nicht, wie es scheint. Jene “neue” Subjektivierung, die heute unter denen Schlagwörtern “Individualisierung” , “Heterogenität” oder “neue Lernkultur” verläuft, finden wir in der pädagogischen Historie wieder.  Bereits 1806 schrieb der Reformpädagoge Christian Gotthilf Salzmann in seinem “Ameisenbüchlein”:

Wenn man in einer Erziehungsanstalt die Stiefel sämtlicher Zöglinge nach einem Leisten wollte machen lassen, so würde es sich finden, dass sie nur für die wenigsten passten und den übrigen entweder zu groß oder zu klein wären. Und was wäre nun in diesem Falle wohl zu tun? Die Füße, für welche die Stiefel nicht passen, für fehlerhaft erklären? An den Füßen einiger Zöglinge etwas abschneiden, an anderen etwas hinzusetzen? Ihr lacht? Ihr wollt wissen, was ich mit dieser sonderbaren Frage wolle? Ich will es gleich sagen. So wie jeder Knabe seine eigene Form des Fußes hat, so hat auch jeder seinen eigenen Charakter und seine eigenen Talente.

Jene Idee, das Kind nicht als Objekt der Erziehung zu pädagogisieren, sondern als Subjekt, als Persönlichkeit mit Fähigkeiten und Talenten zu betrachten, die “gefördert” werden müssen, zieht sich durch die Geschichte der Pädagogik, so z.B. in reformpädagogischen Landerziehungsheimen, in freien Modellschulen bzw. in Schulen, in denen nach der Pädagogik Maria Montesorris gearbeitet wird, die wiederum von der schwedischen Reformpädagogin Ellen Key beeinflusst wurde, die bereits 1901 (!), in ihrer Schrift “Das Jahrhundert des Kindes” Kinder als Individuen betrachtete:

Bevor nicht das Phantom der ‘allgemeinen Bildung’ aus den Schulplänen und den Elternköpfen vertrieben ist und die Bildung des Individuums die Wirklichkeit wird, die an ihre Stelle tritt, wird man vergebens Reformpläne entwerfen.

Pädagogen und Pädagoginnen, wie Salzmann oder Key, haben schon vor Jahrhunderten über die Berücksichtigung der Individualität der Kinder geredet und man redet seit Jahren immer wieder über Reformen von Schule und Unterricht, die immer wieder auf das Individuum Kind verweisen und die pädagogische Objektivierung und die Disziplinierung des Kindes entweder abschaffen oder zumindest relativieren wollen.

Die Kritik an der Disziplinarmacht des Lehrers, die Kinder dazu zwingt, sich unterzuordnen und keine Meinung mehr zu haben, sondern sich der Autorität zu fügen, zeigt sich vor allem in Pink Floyds Beitrag zur antiautoritären pädagogischen Bewegung in den 70er Jahren: “We don’t need no education” hieß es plötzlich, wobei mit “education” konkret “thought control” gemeint war, also Gedankenkontrolle, Normierung, Zwang, Disziplin und Gewalt und nicht Pädagogik im Allgemeinen:

Und heute? Der Reformwille reißt nicht ab. Immer wieder wird zitiert: Hartmut von Hentigs Werk “Die Schule neu denken” und die reformpädagogisch orientierte Fachzeitschrift “PÄDAGOGIK” wird artikelweise zur Pflichtlektüre in Lehramtsveranstaltungen.

Fazit: Seit Jahrhunderten und seit Jahrzehnten wird versucht, Schule, Bildung, Pädagogik und Erziehung “neu” zu denken. Und doch wird wird immer nur das “Alte” wiederholt: Jedes Kind ist eine Individuum, ein Subjekt und darf nicht pädagogisch objektiviert werden.

Und klar: Jedes Kind besitzt eine eigene Biografie, einen eigenen sogenannten “Hintergrund”. Und jedes Kind ist ein Individuum mit eigenen Interessen. Und doch: Alle Kinder müssen später Abschlüsse erzielen, alle müssen sich der Schulpflicht beugen und hinter Lehrplänen, die für ALLE Kinder gleichermaßen gelten, steckt die Idee, dass ALLE Kinder Kompetenzen erwerben SOLLEN, unabhängig davon, ob sie WOLLEN. Sie MÜSSEN.

Wir realisieren: Bei aller Individualität, bei aller Heterogenität: Jede pädagogische Beziehung ist ein Machtverhältnis zwischen Erwachsenen und Kindern. Dieses Machtverhältnis finden wir nicht nur in der Schule. Jenes Machtverhältnis bzw. jene sozial konstruierte, hierrachische “generationale Ordnung” ist Teil unserer Sozialstruktur. Entsprechend gibt es Debatten außerhalb der Pädagogik, Debatten in der Sozialwissenschaft, die den Umgang Erwachsener mit Kindern in der Gesellschaft an sich betreffen. So schreibt z.B. der Soziologe Jürgen Mansel in seinem Essay “Kinder und Jugendliche in der Generationsgemeinschaft. Die Reproduktion von Spannungsverhältnissen und Konfliktlagen zwischen Jung und Alt in einer alternden Gesellschaft”, in: Hoffmann, D.; Schubarth, W.; Lohmann, M. (Hrsg.): “Jungsein in einer alternden Gesellschaft. Bestandsaufnahme und Perspektiven für das Zusammenleben der Generationen”, Juventa, Weinheim, München 2008: S. 45:

Generationsverhältnisse können nicht zuletzt auch dadurch eingetrübt werden, dass Generationen von der jeweils anderen, denen sie aufgrund ihres Alters nicht angehören, falsche Vorstellungen und Bilder entwickeln, ggf. um eigene Vorzüge hervorzuheben.

Aber auch außerhalb der Sozialwissenschaft wird immer öfter eine Kritik an einer vor allem in Deutschland grasierenden “Kinderfeindlichkeit” laut.

Vom Rassismus ist es nur ein kleiner Schritt zum Adultismus, behauptet der Verein NCBI:

Adultismus ist die Diskriminierung gegen jüngere Menschen, meistens von Erwachsenen gegenüber Jugendlichen und Kindern: „Du bist zu jung, um das zu verstehen“ oder „Warte bis du älter bist!“ sind Äußerungen, in denen Adultismus zum Ausdruck kommen kann; nicht ernst nehmen, nicht entscheiden lassen und Bevormundung. Alle erleben das, wenn sie jung sind und viele betrachten es als alltäglich. Es ist die erste Diskriminierung, auf die alle anderen Arten von Diskriminierung aufbauen. Ältere Kinder behandeln jüngere in derselben Weise. Manchmal nehmen Kinder sich selbst nicht ernst, weil sie Adultismus verinnerlicht haben.

Manula Ritz geht in ihrer Defintion von Adultismus gar in politische Dimensionen:

Adultismus beschreibt das bestehende Machtungleichgewicht zwischen Erwachsenen, sowie Kindern und Jugendlichen.Adultismus fokussiert die Einstellungen und Verhaltensweisen Erwachsener, die auf der Basis einer tradierten gesellschaftlichen ‚Rangordnung’ davon ausgehen, kompetenter als Kinder und Jugendliche zu sein und dementsprechend agieren. Adultismus ist eine gesellschaftliche Macht- und Diskriminierungsstruktur, die durch Traditionen und Gesetze untermauert und in sozialen Institutionen kultiviert wird.

Und die Jugend? Über die „Jugend von heute“ regt sich, wie schon seit Jahrhunderten, ein fortwährender Generationenkonflikt, der nicht nur in der Soziologie, sondern vor allem auch in der Öffentlichkeit und seit neuster Zeit im Buchmarkt und im Web 2.0 aufgetragen wird. Während die Erwachsenheit behauptet, die „Jugend von heute“, das sei eine sexuelle Tragödie, während gleichzeitig behauptet wird, in Deutschland seien die Jugendlichen eh nur traurige Streber, so regt sich bei den Jugendlichen selbst die Unmut und die Wut und man ruft zur Revolution einer Generation aus:

oder – politisch konkreter – zum Bildungstreik

Kurzum: Die pädagogische Debatte um Kinder und Kindheit, um Jugend und Jugendliche in der Gesellschaft entfacht aus ihrer Historie, als auch aus ihrer Aktualität heraus eine Menge Zündstoff und Raum für Streitigkeiten, Diskurse und Debatten. Ich werde hier auf udolihs.de verstärkt zu den Themen Pädagogik, Erziehung, Kindheit, Kinder, Jugend, Jugendliche und Gesellschaft Stellung beziehen. Das habe ich häufig im Netz, getan, z.B. für den Familiendiskurs zusammenleben-in-berlin.de . Der Berliner Beirat für Familienfragen schreibt im Abschlußbericht jenes Dialogs:

In einem weiteren Diskussionszweig wurden spezielle Förderangebote für Kinder aus sozial benachteiligten Stadtgebieten gefordert, die frühzeitig Entwicklungsdefiziten entgegenwirken und Hilfestellung für Familien im Sinne von Armuts- und sozialer Verelendungsprävention leisten. Um nachhaltig wirken zu können, müssten diese, so Nutzer Udo Lihs, verstärkt gefördert als auch die Eltern einbezogen werden, um der gesamten Familien neue Zukunftschancen und -potentiale aufzuzeigen und so eine positivere Grundhaltung zu bewirken.

und

Teilnehmer Udo Lihs mahnt an, dass Kampagnen wie bei „Be Berlin“ sich an Erwachsene richten, während die Kinder hier nicht als Bürger der Stadt Berlin auftauchen. Es wäre aber an der Zeit, Kindheit, Jugend und Familie in Berlin aufzuwerten. Sie sind nicht nur die Zukunft, sondern auch die Gegenwart und brauchen jetzt Materialien, Räume, Instrumente, Fußbälle, Computer, Zeit und v.a. Ermutigung. Da es viele Beispiele von engagierten Jugendlichen gäbe, sollte ein positiveres Bild der Jugendlichen entwickelt werden, indem bspw. über folgende Beispiele berichtet wird:

„Kinder- und Jugendzirkus Cabuwazi? Szenenwechsel in Neukölln? Musikschule im Bethanien in Kreuzberg! Caipoera Akademie? Die C- oder D- Jugend von Rot Weiß Neukölln? Es wird Zeit, Kindheit, Jugend und Familie in Berlin aufzuwerten!“

Kindheit und Jugend in Berlin aufwerten? Richtig! Dazu stehe ich bis heute! …und ich rede nicht nur, ich setze die Idee der Aufwertung auch praktisch mit dem Projekt kujibb.net um.

Zuletzt: Mein Statement zur Bildungspolitik

Ich finde, soziale Gerechtigkeit beginnt mit der Geburt. Teilhabe in der Gesellschaft funktioniert nur, wenn wir gemeinsam die Bildung der Kinder und die der Jugendlichen nicht nur finanzieren, sondern auch konsequent, kompetent und professionell realisieren und zwar von Anfang an. Es kann aber, das möchte ich klarstellen, nicht sein, dass wir Lehrer fördern, die vor lauter praktischer Inkompetenz Schüler behandeln, als wären Kinder und Jugendliche tatsächlich böse Tyrannen, die man bekämpfen müsse. So möchte ich v.a. auf das Buch “Die Würde des Schülers ist antastbar.” von Kurt Singer verweisen.

Und ja, wir müssen Schule wirklich neu denken. Dabei sollten wir aber SELBST und VERNÜNFTIG denken, indem wir die oben gestellten Fragen versuchen zu beantworten.

Ich denke, die Vorstellung, zu lehren, was Kinder im Allgemeinen „so wissen müssen“ kann nicht das Bildungsziel von Schule sein. Das kann sich in einer pluralisierten Gesellschaft nämlich regelmäßig ändern. Ich denke, wir müssen weg von Kanonisierungen, Normierungen, Verwaltungen und Zwängen.

Wir müssen hin zu einem – wie ich es nennen würde – Interesse für reale Kinder in einer realen Welt, zu einem Interesse für Problemlagen von Kindern im Allgemeinen, in hektischen, von Leistung und Leistungsdruck geprägten Zeiten.

Wir müssen hin zu mehr Förderung von Talenten, die in jedem Schüler stecken, v.a. in Schülern, die wirklich Talente und Potentiale haben. Diese nicht zu fördern können wir uns garnicht leisten. Das heißt aber auch, Inhalte nicht zu lehren, die für jene Förderung des jeweiligen Kindes nicht relevant sind. Es kann nicht sein, dass wir Kinder überall nur noch fördern. Es muss auch darum gehen,Kindern Freiräume zu gewähren, zum Luftholen. Das heißt: Lehrer müssen ihre Schüler kennen und realisieren, was sie wirklich brauchen. Das heißt: Binnendifferenzierung: Susi lernt nicht das, was Florian lernt. Das bedeutet zwangsläufig; Schüler müssen auch mal lernen, etwas NICHT zu lernen. Sonder nur DAS zu lernen, was sie WIRKLICH brauchen. Man kann nämlich nicht mehr alles lernen. Jedenfalls nicht als Mensch. Man muss sich entscheiden.

Ich denken, wir müssen weg von der Idee, Kinder zu angepassten, kritiklosen und rürckgradlosen Bürgern zu erziehen, die später als Erwachsene unter Burn-Out oder Depressionen leiden, weil sie nie gelernt haben, Aufgaben auch ABZULEHNEN oder NEIN zu sagen. Aufgabe von Schule ist es, Kinder und Jugendliche zur Mündigkeit und zur Kritikfähigkeit, zur Selbstbewusstsein und Eigenverantwortung, kurzum: zu Reife zu erziehen. Nur so sind sie auf eine pluralistische Welt vorbereitet und können vieles, was sie nicht gebrauchen können, ablegen oder sie können lernen, auch mal was nicht zu tun und sich Freizeit zu gönnen. Das heißt, dass Kinder auch lernen müssen, NEIN zu sagen, zu etwas, womit sie nicht leben können, NEIN zu allem, was sie überfordert, vor allem aber auch NEIN zu allem, was unfair und unwürdig ist.

Zum Schluß ein kleiner Einblick in die Realität. Der Film “Klassenleben” zeigt  das Zusammenlernen in kreativen Prozessen, wie z.B. in Theaterprojekten. Das Besondere: Individuelles Lernen heißt hier: Kinder lernen gemeinsam, unabhängig vom Grad ihrer Behinderung. Ein Beitrag zur Integrationspädagogik:

Individuelles Lernen aufgrund von Altersmischung? Es geht garnicht anders: Jedes Kind tut, was es gemäß seinem Alter kann. Nirgendwo wird das so deutlich, wie im Film “Sein und Haben” (“Etre et Avoir”). Ein Film über eine Dorfschule in Frankreich mit nur einer Klasse, aber mit Schülern von 4 bis 14 Jahren:

Individuelle Förderung? Schüler lernen, was, wo und wann sie wollen? Lehrer als Begleiter der Lerner? Die DVD Treibhäuser der Zukunft zeigt, was heute bereits in Deutschland möglich ist:

Hier gibt es weitere Infos:

Von der Realität zum Spielfilm. Spielfilme haben nun mit der Wirklichkeit in der Regel nichts zu tun, aber sie beschreiben Ideen und Gedanken, zeigen auf, was denkbar ist. Individuelle Förderung von Talenten? Nirgendwo wird das so deutlich wie im Film “Die Kinder des Monsieur Mathieu” (“Les Chorists”):

Wer meint, dieser Text sei ja völlig durcheinander, der bekommt von mir eine Duschhaube gratis! Ja. Er ist völlig chaotisch und ein Text über Bildung und Erziehung kann nur chaotisch sein, denn im Grunde ist jene Debatte um Schule, Bildung, Erziehung, Kinder, Kindheit und Jugend vor allem EINS: verwirrend. Ich werde versuchen, in meinem Blog udolihs.de diese Verwirrung im Kopf, die entsteht, wenn man sich mit Kindheit, Jugend, Bildung, Erziehung, Schule etc.. beschäftigt, zu entknoten. Ob es mir gelingt? Man wird sehen…

© Copyright bei Udo Lihs, 2011 (3. Version)

Eine Antwort “Bildung und Erziehung” →
  1. Meine Güte, dass ich solch eine geistige Verbundenheit noch kennen lernen darf, zumal von einer Lehrkraft. Einem Berufstypus, der sich meinem Eindruck nach, gewöhnlich durch ängstliche Verschlossenheit und eigengewählter Isolation auszeichnet.

    Sie heben sich mit Ihren geradezu revolutionären aber gleichwohl längst überfälligen Ansichten bei weitem in wohltuender Weise von Ihrem Berufsstand ab.

    Ganz große Klasse ich bin begeistert und würde gern mal ein paar persönliche Worte mit Ihnen wechseln.
    Aufmerksam geworden bin ich durch Ihre Vorstellung im Piratenforum geworden, dessen vorzügliche Transparenz mich gleichfalls begeistert. Mich aber noch etwas mit der Orientierung schwer tue.

    Hm..? Wer Ihnen hier geschrieben hat.
    Ich habs vielleicht nicht so perfekt formuliert wie Sie, aber wenn Sie mal http://www.ex-heimkinder.de/Bildungsnot.htm eingeben, werden Sie sicherlich einige interessante Übereinstimmungen finden.
    Würde mich über ein kurzes Feedback freuen.

    Herzliche Grüße
    Klaus Klüber

    Antwort

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